Einzigartige Flusslandschaft
Flora und Fauna in der Elbregion
Die Flusslandschaft Elbe ist eine der größten naturnahen Flusslandschaften Mitteleuropas. Sie erstreckt sich auf ca. 130 km innerhalb unserer Region zwischen Hitzacker und Hamburg. Sie gehört zu den artenreichsten Gebieten Deutschlands und bietet Zugvögeln wie Gänsen, Kranichen oder Seeadlern, Pflanzen und Fischen einen einzigartigen, ursprünglichen Lebensraum. Die namensgebende Elbe zählt zu den letzten weitgehend unverbauten Strömen Deutschlands. Dadurch sind Auen, Feuchtwiesen, Altarme, Dünen und Flutrinnen als große zusammenhängende Ökosysteme erhalten geblieben.
Viele Altstädte, Fachwerkdörfer, historische Häfen und die Deichlandschaft prägen die Region. Mensch und Fluss formen seit Jahrhunderten gemeinsam ein Gebiet, das heute ideale Voraussetzungen für Erholung und naturnahen Tourismus bietet. Entlang des beliebten Elberadwegs können Besucher die abwechslungsreiche Umgebung in ihrem eigenen Tempo entdecken und dabei immer wieder beeindruckende Ausblicke auf den Fluss genießen. Die lebhafte Region lädt besonders im Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ zu Naturbeobachtungen ein. Von ziehenden Kranichen über seltene Greifvögel bis hin zu stillen Auenbereichen finden sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.
Artenreiche Lebensräume
Die Niedersächsische Elbtalaue
Im westlichen Teil der großen Flusslandschaft entlang der Elbe befindet sich die Niedersächsische Elbtalaue. Sie erstreckt sich über den Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie Lüneburg und gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“. Seltene Arten wie Seeadler, Schwarzstorch, Kranich und Biber finden hier ideale Lebensbedingungen. Weite Auenwälder, Feuchtwiesen und Altarmstrukturen bieten Lebensräume, die in Deutschland kaum noch zu finden sind. Die Elbtalaue ist ein wichtiger Rastplatz auf dem Ostatlantischen Vogelzug.
Die Elbtalaue ist eine weitgehend naturnahe Flusslandschaft, da die Elbe hier kaum eingedeicht ist. Historische Dörfer, alte Deiche und Fährstellen prägen gleichermaßen die Kulturlandschaft. Die nährstoffreichen Böden ermöglichen Grünlandwirtschaft und ökologische Landwirtschaft.
Leben und Landschaft in der Elbmarsch
Die Elbmarsch ist eine der fruchtbarsten Landschaften Norddeutschlands. Im niedersächsischen Teil umfasst sie die Gemeinden Elbmarsch, Marschacht, Tespe und Drage. Entlang der Elbe erstrecken sich weite Wiesen, alte Deichdörfer und schwere Marschböden, die seit Jahrhunderten für Ackerbau und Viehzucht genutzt werden. Holländer und Friesen machten die ehemals nassen Niederungen urbar, legten Deiche an und prägten so das typische Bild der Region: historische Bauernhöfe, Entwässerungsgräben und grüne Weiden, die bis an den Elbdeich reichen. Heute verbindet die Elbmarsch reiche Natur mit lebendiger Geschichte – ein stilles, aber eindrucksvolles Stück niedersächsischer Kulturlandschaft.
Fruchtbare Landschaften
Die Region Flusslandschaft Elbe beheimatet drei Naturschutzgebiete.
Besucher des 400 ha großen Naturschutzgebietes „Untere Seeveniederung“ zwischen Winsen (Luhe) und Hamburg erwartet die großflächige, offene Wiesenlandschaft der Elbmarsch. Besonders die weiten Feuchtwiesen des Junkernfeldes bieten den heute seltenen Anblick einer alten, grünlandgeprägten Marschenlandschaft. Zwischen Mitte April und Mitte Mai blüht die Schachbrettblume im Junkernfeld zu Tausenden, besonders im Nordteil. Aber auch wenn die Pflanzen mit den grazilen Blüten gerade nicht blühen, sind die artenreichen Feuchtwiesen mit Wiesenschaumkraut und Kuckuckslichtnelke, dem rosa blühenden Schlangen-Knöterich, Scharfem Hahnenfuß und Sumpfdotterblumen im Frühjahr und Frühsommer ein erfrischender Anblick. Informationstafeln geben Auskunft über die Besonderheiten der Natur in der Seeveniederung, die man bequem vom Rundweg aus beobachten kann.
Seit dem 1. Dezember 2014 ist die Ilmenau‐Luhe‐Niederung neues Naturschutzgebiet im Landkreis Harburg. Vor den Toren der Stadt Winsen (Luhe) befindet sich ein besonderer Naturschatz. Das Niederungsgebiet von Ilmenau und Luhe bietet auf ca. 434 ha einen spannenden Landschaftsraum zwischen Wasser und Land. Hier fließt die Luhe in die Ilmenau, die dann nach ca. 3 km in die Elbe mündet. Das Gebiet ist von zahlreichen Gräben und Prielen durchzogen und deutlich von Grünland und Schilf geprägt. Es handelt sich dabei um einen der letzten größeren zusammenhängenden Bereiche im Gezeitenabschnitt der Elbe, in dem sich Ebbe und Flut fast ungehindert auswirken können.
Ein ganz besonderes, natürliches Phänomen bietet die „Stixer Wanderdüne“ im südlichen Teil von Amt Neuhaus. Als vor rund 10.000 Jahren die Eiszeit zu Ende ging, wehte ein ständiger Westwind, der auf weiten Strecken feinen Flugsand vor sich hertrieb. Bis zu 30 Meter hoch entwickelten sich Hügel, die als Dünen im Laufe der Zeit weiterwanderten. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es durch Aufforstung, die wandernden Dünen aufzuhalten. Die „Stixer Wanderdüne“ ist noch heute in Bewegung. Zum Beispiel werden hoch gewachsene Kiefern vom Sand bis zum Baumwipfel eingegraben, die im Laufe der Zeit der Wind wieder frei bläst. Auf vielen Wanderwegen informieren Infotafeln ausführlich über dieses Naturschauspiel. Weil die Witterungsverhältnisse so besonders sind, haben sich einzigartige Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. Auch deshalb steht das weitläufige Gebiet unter Naturschutz.
"Niedersächsische Elbtalaue"
Das UNESCO-Biosphärenreservat
Das UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue umfasst einen der letzten weitgehend natürlichen Flussabschnitte der Mittelelbe. Die Region prägen artenreiche Auenwälder, ausgedehnte Wiesen und dynamische Überschwemmungsflächen, die zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. Zugleich verbindet das Reservat Naturschutz, nachhaltige Landwirtschaft und sanften Tourismus – ein Modellraum, in dem Mensch und Natur im Einklang stehen.
Über diese Links gelangen Sie zum UNESCO Biosphärenreservat und zum Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue.
Die erste Arche-Region Deutschlands
Die Arche-Region „Flusslandschaft Elbe“ – die erste Arche-Region Deutschlands rund um Amt Neuhaus – erstreckt sich über einen etwa 50 Kilometer langen Abschnitt entlang der Elbe. 2011 erkannte die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) Amt Neuhaus als erste Arche-Region Deutschlands an. Durch gezielte Zucht und verantwortungsvolle Nutzung werden robuste, traditionelle Nutztiere erhalten, die seit Jahrhunderten zur regionalen Kulturlandschaft gehören. Ebenfalls werden alte Kultur- und Nutzpflanzen einbezogen. Seltene, traditionellen Sorten werden angebaut, verarbeitet und weiterentwickelt. So bleiben wertvolle Pflanzenarten lebendig, die nicht nur zur regionalen Identität gehören, sondern auch für die biologische Vielfalt und eine zukunftsfähige Landwirtschaft wichtig sind.