Karin (37) und Hans-Jörg (43 ) aus Hannover
Eins Vorweg: die geschichtliche Entwicklung als innerdeutsche Grenzregion ist nicht nur ein nachhaltiges Ereignis, sondern auch eine einmalige Chance für den Erhalt der Naturschönheiten in dieser Region. Es gibt hier noch regelrechte Schätze in der Natur zu entdecken.
Ein langes und wahrscheinlich auch sonniges Herbstwochenende lag vor uns. Die Räder aufs Dach und los. Mein Vorschlag an die ehemalige innerdeutsche Grenze zu fahren stieß bei Karin zunächst auf Unverständnis, lockte doch auch die Pfalz mit ihren Weinbergen.
Biosphäre mit Störchennestern und bezaubernden Radstrecken
Storchennest an der Elbe
3 Tage später denken wir nun an die vielen idyllischen Obstbaumalleen, ein einmaliges Naturschauspiel an den Elbufern und beeindruckende geschichtliche Zeugnisse unserer jüngsten Vergangenheit.
Ein Wochenende reicht bei weitem nicht aus, um all dies zu erkunden. Besonders beeindruckend war die Radtour von Neuhaus nach Dömitz.
Beginnend an der sogenannten „Stork Foundation“ Sudewiesen , (einem Projekt zum Artenschutz im Biosphärenreservat „ Flusslandschaft Elbe“ der Firma Stork).
Hier war vom Storch über die Przewalski Wildpferde bis zum Auerochsen alles hautnah und über Aussichtstürme im natürlichen Lebensraum zwischen dem Örtchen Preten und Neuhaus zu beobachten.
Obstbaumalleen, Deich entlang oder alte Postkutschenstrecke? Die Qual der Wahl.
Obstbaumlehrfaht am Elberadweg
Weiter per Rad Richtung Süden geht es z.B. nach Darchau, vorbei an einladenden Elbwiesen entlang der „alten B198“ ein Stückweit parallel zum Elberadweg oder direkt auf dem Deich. Auffällig sind hier die vielen Obstbaumalleen mit zum Teil noch sehr alten Apfelsorten, welche rechts und links entlang des alten Postkutschenweges ihren ganz eigenen romantischen Charme haben. Entlang der ehemaligen Grenzstraßen, ob auf Kopfsteinpflaster oder Asphaltwegen kommt man vorbei an idyllisch gelegenen Gasthöfen und liebevoll eingerichteten Herbergen bis nach Dömitz, der wohl bekanntesten Hafenstadt zwischen Magdeburg und Lauenburg.
Fast schon provokativ entgegen der ländlichen Struktur ragt hier ein Hafenhotel mit Panoramakaffee, sowie Beachanlage in einem ehemaligen Speicher über die Flusslandschaft und die Elbe. Gefallen hat es mir hier.
Weiter per Solarfloß, von der ehemaligen Grenze bis in die „Eiszeit“
Floßfahrt auf der Elbe
Von hier kann man die Reise per Schiff bis z.B. Darchau, wo Solarflöße zu Rundfahrten einladen oder nach belieben bis in den Hafen von Hamburg auf der Elbe fortsetzen. Wir blieben hier und setzten unsere Zeitreise entlang der B 198 fort. Auf den Spuren der Eiszeit setzten wir unsere Tour mit dem Rad über das
Marschhufendorf Konau, bekannt durch seine Siedlungsgeschichte an der Elbe mit der typischen Marschhufenbebauung nach Stixe fort.
Herzlich willkommen in einer anderen Welt! Wir hatten noch nicht viel (OK – noch gar nichts) über die noch heute aktive eiszeitlich geprägte Stixer Wanderdüne gehört, aber was wir hier zusehen bekamen ließ uns den Mund offen stehen. Inzwischen mit Kiefern bewaldete Sandberge mit einer breiten Dünenlandschaft, wo noch heute der Wind den Sand der Eiszeit durch die Natur schiebt. Ein Anblick wie am französischen Atlantik oder an der Ostsee, einfach malerisch und unvergesslich.
Frisch gestärkt in einem in der Nähe gelegenen Waldgasthaus ging es am nächsten Tag wieder nach Neuhaus zurück, wo wir für den nächsten Tag eine ausgiebige Floßfahrt gebucht hatten.